Ablauf einer typischen Schlafbehandlung

Hilfe bei Schlafstörungen

1. Sitzung

Es gibt typische, klassifizierbare Schlafstörungen und doch ist jede auch ganz individuell. Grundlage jeder Therapie, sei es medizinisch oder psychologisch, ist daher eine angemessene und gute Diagnostik. In der Schlafschule erfolgt diese mittels Gespräch. Sie erzählen mir was Sie nachts vom Schlafen abhält, ich werde gezielte Fragen zur Schlafstörung stellen und Sie auch bitten Fragebögen auszufüllen. Das hat den Grund, dass mir diese Fragebögen einen „zweiten“, objektiveren Blickwinkel eröffnen und Eindrücke aus dem Gespräch bestätigen, aber auch diesen entgegensetzt sein können, was ebenfalls eine wertvolle Information sein kann. Die genaue Erhebung der Schlafprobleme bildet den Inhalt des ersten Gesprächs in der Schlafschule. In dieser ersten Einheit bekommen Sie auch ein Schlaftagebuch, das in den nächsten Wochen Ihr „Bettbegleiter“ wird. Es wird Ihnen bei der Einschätzung Ihres Schlafes helfen und dient der Verlaufskontrolle.

2. Sitzung

In der zweiten Einheit (die üblicherweise 1-2 Wochen nach dem Erstgespräch stattfindet) werde ich Ihnen die Ergebnisse der Diagnostik zusammenfassen und auf deren Grundlage mit Ihnen einen Plan für die Behandlung besprechen. Wir formulieren realistische Ziele mit den jeweiligen zu erreichenden Zwischenschritten, einen Zeitrahmen und ich erläutere Ihnen, die für Ihr Schlafproblem, infrage kommenden Verfahren und Methoden. Wir analysieren das bereits begonnene Schlaftagebuch und führen erste Übungen durch, die zu Hause wiederholt werden sollen.

3. Sitzung

In der dritten Sitzung erfahren Sie vieles über den Schlaf und warum er - manchmal auf unerklärliche Weise – ausbleibt. Wir unterhalten uns über Verhaltensweisen, die den Schlaf behindern und erörtern gleichzeitig natürlich auch Verhalten, das ihn fördern kann. Ab diesem Zeitpunkt können sich die Inhalte der Einzelsettings deutlich unterscheiden, je nachdem welcher Schwerpunkt gesetzt wurde.

Eine Schlafstörung zeigt sich meist nicht nur auf einer Ebene. In Mitleidenschaft gezogen werden können Gedanken, Gefühle, körperliches Empfinden und Handlungen. Jeder dieser Bereiche kann ursächlich für Schlafprobleme sein, auf die anderen Bereiche einwirken, die sich ebenfalls gegenseitig beeinflussen. Das Geflecht und die Kreisläufe zwischen diesen Ebenen halten eine Schlafstörung aufrecht. Um diese zu unterbrechen muss grundsätzlich bei der Behandlung auf alle Dimensionen eingegangen werden, allerdings gibt es, je nach individuellem Problem, Bereiche die stärker im Vordergrund stehen.

Für alle 4 Ebenen können Sie in der Schlafschule passende Verfahren lernen. Bei einer klinisch psychologischen Behandlung in der Schlafschule bekommen Sie eine ganze Palette an Handlungsmöglichkeiten gegen schlechten Schlaf, d.h. Sie selbst können etwas dagegen unternehmen, es gibt keine Abhängigkeiten von Medikamenten, Apparaturen oder Menschen. Hilfe zur Selbsthilfe lautet die Devise. Der Nachteil ist, dass Sie etwas dafür tun und manchmal Geduld zeigen müssen.

Die Dauer einer Therapie in der Schlafschule ist, in Abhängigkeit von Schwere und Komplexität des Problems, verschieden. Zwischen 3 und 10 Sitzungen sind möglich, üblicherweise sind es 5-6. Die Anzahl wird prinzipiell im Rahmen der 2. Einheit bei der Planerstellung festgelegt, wobei in Einzelfällen die Behandlung verlängert, aber auch verkürzt werden kann.

4. Folgende Sitzungen

Die folgenden Sitzungen stehen ganz im Zeichen der diversen Verfahren zur Verbesserung der Schlafqualität. Zur Anwendung kommen beispielsweise auf der Verhaltensebene Schlafhygiene oder Schlafkompression, auf der körperlichen Ebene diverse Entspannungsverfahren (z.B. autogenes Training, Muskelrelaxation, u.Ä.), im emotionalen Bereich Achtsamkeitsmethoden oder Ressourcenförderung und auf der gedanklichen Ebene Techniken zum Unterbrechen von Gedankenschleifen im Bett (z.B. Gedankenstopp, Selbstinstruktionen, Alternativgedanken etc.) oder Hilfen beim „Abschalten“ und gedanklich zur Ruhe kommen vor dem zu Bettgehen. Alle Methoden werden erklärt, damit Sie sich ein Bild machen können wie und warum sie wirken.

5. Abschluss

Am Ende des Schlaftrainings sehen wir uns an, ob die anfangs gesetzten Wünsche und Ziele auch erreicht wurden. Sollte das nicht der Fall sein, wird genau analysiert, warum nicht und was auf das Wunschergebnis noch fehlt. Darauf basierend können weitere Schritte geplant werden. Waren wir erfolgreich, bekommen Sie eine schriftliche Zusammenfassung Ihres Trainings mit Schlafinformationen, persönlichen Ergebnissen und Anleitungen zu Ihren Übungen und Techniken, damit Sie – sollten Sie irgendwann wieder schlechter schlafen – darauf zurückgreifen und selbst etwas unternehmen können.

Möchten Sie mit einer Schlafbehandlung beginnen?

Dann melden Sie sich bei uns. Wir haben schon vielen Patientinnen und Patienten geholfen, wieder erholsamen Schlaf zu finden, um ausgeruht am nächsten Tag aufstehen zu können. Wir freuen uns auf ein Kennenlernen!

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